Geschichte - Piesberger Schützenverein

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Verein
Die Geschichte vom Piesberger Schützenverein von 1858 e.V.


1858 – 1896


Bis zum Spätsommer 1936 hing in der Gaststube des damaligen „Piesberger Schützenhauses“ am Piesberg – auf schwarzem Samt, eingerahmt unter Glas – eine massiv silberne Schützenkette, deren Hauptschmuck ein heraldischer von Meisterhand gearbeiteter Adler mit goldener Krone war, eine Nachbildung des Preußischen Königsadlers von 1701 des Königs Friedrich I. In der rechten Kralle hielt er die Reichsinsignien und in der linken einen Schild mit zwei gekreuzten Büchsen und einer Jagdtasche. Daneben hingen an beiden Seiten zwei Königsschilder mit den Inschriften „Wilhelm Gösling, Schützenkönig 1890“ und „H. G. Holstein, Schützenkönig 1891; Frau Obersteiger E. Bruckmann, Schützenkönigin“. Ein drittes Schild mit der Inschrift „Piesberg-Osnabrücker Schützenverein, gegründet 1858“ war unter dem Adler befestigt.

Diesen drei Zeichen kann man Symbolcharakter für den Verein zuschreiben: Das eine hält das Gründungsjahr des Piesberger Schützenvereins – 1858 – fest und erinnert an die 150-jährige Tradition des Schützenwesens am Piesberg. Die beiden anderen Anhänger lassen Erinnerungen an den ersten Aufschwung des Vereins anklingen. So weist das Schild „Wilhelm Gösling, Schützenkönig 1890“ auf die Pyer Familie Gösling hin und darauf, dass Pyer Bürger es waren, die stets den Großteil der Mitglieder des Vereins stellten.

Das Schild „H. G. Holstein, Schützenkönig 1891“ erinnert zum einen an die Mitgliedschaft von Osnabrückern und „Nicht-Pyern“ im Verein, zum anderen an den äußerst aktiven Schützen und Juwelier H. G. Holstein, aus dessen Werkstatt auch die wertvolle Schützenkette stammte, die damals einen Wert von 500 Goldmark repräsentierte.

Auch heute noch sind einige Namen der ersten Stunde des Piesberger Schützenvereines bekannt: Bergmeister Pagenstecher, Zimmermeister Kallmeyer, Schmiedemeister Adolf Kayser und Ernst Knorr von der Bergkapelle. Dass viele Osnabrücker Mitglied des Piesberger Schützenvereins geworden waren, hatte seinen Grund darin, dass weit und breit der Piesberger Schießstand der Einzige war. Regelmäßig kamen Osnabrücker Schützenfreunde nach Pye, um hier Schießübungen zu veranstalten. Der Kontakt wurde fester, und bald bildete sich ein Stamm ständiger Besucher aus der nahen Stadt, die nach und nach dem Verein beitraten. Deshalb wurde dieser 1861 offiziell in „Piesberg-Osnabrücker Schützenverein von 1858“ umbenannt. Ein neues geräumiges Schützenhaus mit Scheibenständen wurde am Stüveschacht gebaut und jeden Donnerstag und Sonntag geschossen.

Die alte Schützenkette ist nicht mehr vorhanden. Satzungsgemäß war festgelegt worden, dass das letzte lebende Mitglied der Gründerversammlung die Schützenkette dem Museum überlassen sollte. Auf Veranlassung von Ernst Knorr übergab im Herbst 1936 Ernst Westerhaus die Kette, die er als Schützenwirt durch die unruhigen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gerettet und sicher aufbewahrt hatte, dem Osnabrücker Museum. Dort bildete sie bis zum Bombenangriff am 25. März 1945 das Hauptschmuckstück des im Schloss untergebrachten Schützenzimmers. Die alte Pyer Königskette wurde nicht wieder aufgefunden und blieb bis heute verschollen.

1896 – 1945


Einige Jahre vor der Jahrhundertwende geriet das Bergwerk des Piesberg in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die unter den Leuten entstandene Unruhe infolge der Existenzbedrohung führte auch kurzfristig zu einer Krise im Schützenwesen und zur Einstellung der Aktivitäten des alten Vereins.

Der Initiative traditionsbewusster Männer ist es jedoch zu danken, dass schon kurze Zeit später – im Jahre 1896 – die alte Schützentradition wieder auflebte. Der Verein nannte sich nun „Schützenverein Pye-Hollage“, weil eine große Anzahl von Mitgliedern aus Hollage stammte. Aus diesem Grunde wurde auch die Gastwirtschaft Tepe zum Vereinslokal bestimmt; sie lag genau auf der Grenze von Pye und Hollage. König war im Jahre 1896 „August I“ Voßgröne aus Hollage; zum Präsidenten wählte die Versammlung Heinrich Wallenhorst aus Pye, der den Verein durch alle Kriegs- und Nachkriegswirren bis zum Jahr 1930 führte. Unter seiner Regie wurde 1904 eine neue Vereinsfahne angeschafft, die heute noch existiert.

Bedingt durch mancherlei Nachkriegsschwierigkeiten kam es 1920 in Hollage zur Gründung eines eigenen Vereins, dem „Schützenbund Hollage“. Ein Teil der Hollager Schützenkameraden ließ sich in diesen neuen Verein aufnehmen und trat aus dem „Schützenverein Pye-Hollage“ aus. In einer sehr lebhaften Generalversammlung beschloss der Verein, sein Lokal zu wechseln und zog 1922 in sein jetziges Vereinslokal „Kaffeehaus zum Piesberg“ – heute „Gastwirtschaft Große Siebenbürgen“ – um.

Nach dem Rücktritt von Heinrich Wallenhorst trat 1930 Josef Schulte als Präsident an die Spitze des Vereins. Selbst ein leidenschaftlicher und guter Schütze, verstand er es, das Sportschießen in kurzer Zeit auf eine beachtliche Höhe zu bringen

Eine Jungschützenabteilung unter Leitung des Gendarmerie-Hauptwachtmeisters Jung wurde aufgestellt. Von dieser Gruppe ist bis auf die Brüder Georg und Josef Sutthoff keiner aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt. Präsident Josef Schulte brachte nicht nur in sportlicher, sondern auch in geselliger Hinsicht mit seinen Mitarbeitern neuen Schwung in das Vereinsleben. Seine selbst verfassten und mit Humor vorgetragenen Festkritiken bei Familienfeiern im Verein sind heute noch bei den älteren Vereinsmitgliedern unvergessen.

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde, obwohl sich die Mitgliederzahl durch Einberufung zum Wehrdienst verringert hatte, das Sportschießen auf den Schießständen bei Tepe und beim Vereinslokal fortgesetzt. Man blieb auch in den letzten Kriegsjahren unter den in der Heimat verbliebenen Schützenbrüdern zusammen; alle Aktivitäten beschränkten sich zuletzt jedoch auf das Päckchenschicken an die an der Front stehenden Vereinskameraden. Das vorhandene Vereinseigentum wurde sorgfältig gehütet, und so ist es vor allem dem damaligen Präsidenten zu verdanken, dass die alte Vereinsfahne vor dem Zugriff der Besatzungsmächte gerettet wurde.

1945 – 1983


Wenn es auch Zeiten gegeben hat, in denen das Schützenwesen am Boden lag oder die Schützenvereine verboten wurden wie 1945, so fanden sich doch immer wieder beherzte Männer, die es verstanden, den Schießsport und die Schützentradition am Piesberg wieder auszurichten. Männer, wie die verstorbenen Schützenkameraden Heinrich Kohlbrecher, August Hafkemeyer, Heinrich Middendorf, Johannes Tubbesing und Georg Sutthoff sen. – um nur einige zu nennen -, standen wieder bereit.

Nachdem 1947 die Militärregierung das Weiterführen der Schützenvereine wieder gestattet hatte, kamen die noch verbliebenen Mitglieder zusammen und brachten neue junge Kameraden mit. Geschossen werden durfte vorerst allerdings nur mit Luftgewehren, da Josef Schulte sich nicht mehr  der Präsidentenwahl stellte, ernannten ihn die Vereinsmitglieder 1949 zum Ehrenpräsidenten und wählten Bernhard Riehemann zu ihrem neuen Vorsitzenden.

Es war kein leichtes Beginnen, aber alle Schwierigkeiten wurden gemeistert. Unter Blitz und Donner fand 1950 das erste Nachkriegsschützenfest mit „Georg II“ Sutthoff als König in den Anlagen des Vereinslokals statt. Und als man wieder mit Kleinkaliberwaffen schießen durfte, grub man rasch die drei guten alten Vereinsbüchsen wieder aus.

Nach Abstimmung mit dem Osnabrücker Schützengau erhielt der Verein im Jahre 1951 seinen ursprünglichen Namen “Piesberger Schützenverein von 1858“ zurück.

Gleichlaufend mit der allgemeinen Lage entwickelte sich der Verein nun stets aufwärts. In Eigenleistung brachten die Schützen den alten Schießstand wieder auf Vordermann und bauten zudem einen Luftgewehrstand an. Neue Waffen und Geräte wurden angeschafft, und selbst der Kassenbestand konnte sich, den damaligen Verhältnissen entsprechend, sehenlassen. So wurde die Feier der 100-jährigen Schützentradition im Juli 1958 ein großes Ereignis für den Piesberger Schützenverein. Die Königswürde errang „Heinrich XII“ Feldkamp und am imposanten Festzug nahmen neben den Pyer Vereinen zehn Schützenvereine aus den Nachbargemeinden teil. Insgesamt fast 400 Personen.

Nach elfjähriger Amtszeit trat im Jahre 1960 Bernhard Riehemann als Präsident der Piesberger Schützen zurück. Zu seinem Nachfolger wählte die Generalversammlung den damaligen 2. Vorsitzenden Franz Gösling. Unermüdlich lenkte er die Vereinsarbeit zusammen mit seinen Kameraden bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1978.

Da die alte Fahne im Laufe der Jahre doch sehr gelitten hatte, erhielt der Verein im Jahre 1968 anlässlich des Schützenfestes eine neue Vereinsfahne.

Die folgenden 70er Jahre brachten dann für den Piesberger Schützenverein von 1958 e.V. einen Aufschwung, wie er ihn vorher nie gekannt hatte. Entscheidungen, die die Zukunft des Vereins grundlegend beeinflussten, wurden getroffen. Ab 1971 fanden die Schützenfeste in den Anlagen des Pyer Sportzentrums und die Schützenbälle in der neuen Sport- und Festhalle statt.

1971 war auch das Jahr mit der wohl wichtigsten Entscheidung für den Verein. Anlässlich einer außerordentlichen Generalversammlung, beschlossen die Mitglieder ein neues Schützenhaus mit Schießstand zu bauen. Initiator und Motor dieser für den Bestand des Vereins immens wichtigen Entscheidung war das damalige Vorstandsmitglied, der spätere Präsident und heutige Ehrenpräsident Dr. Jürgen Feldkamp, dem deshalb auch eigenverantwortlich die alleinige Regie über diese Maßnahme übertragen wurde. Der Neubau war notwendig geworden, weil der alte Schießstand beim Vereinslokal, der sich zudem in Privatbesitz befand, baufällig wurde und den Anforderungen eines modernen Schießbetriebes nicht mehr entsprach.

Mit weniger als 4.000.- DM auf dem Vereinskonto und einem Zuschuss der Kommune wurde das Werk begonnen. Platz bot sich im Pyer Sportzentrum zwischen den beiden Sportplätzen unmittelbar an der Turnhalle. Abends und an den Wochenenden konnte man dort sehen, wie Vereinsmitglieder in unermüdlichem Arbeitseinsatz das Bauwerk hochzogen. Stellvertretend für alle tatkräftigen Helfer soll hier der Name des Ehrenmitgliedes Heinrich Osterfeld genannt werden, dem der Verein beim Schießstandbau so viel zu verdanken hat. Ca. 600 cbm Erde mussten bewegt und über 130 cbm Steine und Beton verarbeitet werden, ehe im Sommer 1972 der Richtkranz über der Anlage stand. Immer wieder auftretende finanzielle Engpässe wurden durch Spenden von Vereinsmitgliedern und Gönnern außerhalb des Vereins überwunden. So konnte 1973 ein zentral beheiztes Schützenhaus mit Aufenthaltsraum, Geräteraum, Toiletten, 5 KK-Schießständen, 5 Luftgewehranlagen und 5 Pistolenständen seiner Bestimmung übergeben werden.

Eine Satzungsänderung im Jahr 1973 ermöglichte erstmals Frauen und Ausländern den Eintritt in den Verein. Nachdem man 1974 mit Helene Feldkamp die erste Frau im Piesberger Schützenverein registrieren konnte, gelang es 1977 Irmgard Luthin sogar den Rumpf des Adlers von der Stange zu schießen. Als „Irmgard I.“ regierte sie souverän ein Jahr lang die Piesberger Schützen. Schon ein Jahr darauf wurde mit „Klaas I.“ van As ein Angehöriger der niederländischen Luftwaffe Schützenkönig.

Auch das äußere Bild der Schützen erhielt im Jahr 1976 eine grundlegende Änderung, als die alten militärischen Schützenjacken zeitgemäß durch moderne grüne Clubjacken mit Vereinsemblem ersetzt wurden. Die „neue“ Schützenkette, die damals auch schon auf eine große Piesberger Schützentradition hinwies, erfuhr 1982 eine gründliche Überholung und erstrahlte im Jubiläumsjahr 1983 in neuem Glanz.

Trotz großer Geschichte lässt sich eine Schwerpunktverlagerung zu Gunsten des Schießsports im Piesberger Schützenverein – der die Tradition achtet und wohl zu würdigen weiß – nicht leugnen. Nach Fertigstellung der schießsportlichen Einrichtungen wurde das besonders deutlich. Gehörte es früher zu den Ausnahmen, dass Schützen des Vereins einen Pokal heimbrachten, so errangen nach 1973 – dem Jahr der Schießstandinbetriebnahme – die Mannschaften des Vereins bei auswärtigen Wettkämpfen unzählige Pokale. Anlässlich von Meisterschaften stellte der Piesberger Schützenverein bis heute viele Kreismeister, mehrere Bezirksmeister, Landesvizemeister und Landesmeister. Erstmals in der Vereinsgeschichte konnte sich 1982 mit Annette Wagner ein Vereinsmitglied für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren.

Doch nicht allein den verbesserten Trainingsbedingungen sind diese Erfolge zuzuschreiben: Mit dem Ehrenmitglied Heinrich Langkamp stand damals über 25 Jahre ein Oberschießwart an der Spitze der Sportschützen, der in unermüdlichem Einsatz stete Jugendförderung und Aufbauarbeit betrieben hat.

Als im Jahre 1978 Franz Gösling sein Amt als Präsident niederlegte, ernannten ihn die Piesberger Schützen zum Ehrepräsidenten und wählten Anton Albers zu seinem Nachfolger. Er leitete den Verein bis 1984 stets mit Umsicht und Tatkraft. So konnte der Verein unter seiner Führung 1980 das erste Mal eine Mitgliederzahl von über 200 verbuchen. Für seine großen Leistungen wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Im Jahre 1983 stand ein erneuter Höhepunkt in der Piesberger Vereinsgeschichte auf dem Kalender; der Verein feierte sein 125-jähriges Bestehen mit einem riesigen Jubelschützenfest.

Ein Festgottesdienst und der ‚Große Zapfenstreich’ gaben dem Fest den würdigen Rahmen. Der Sonntag wurde mit dem Schützenumzug, an dem sich viele Nachbarschützenvereine und andere befreundete Vereine aus Pye und Umgebung beteiligten, und dem Festakt im Waldstadion Pye mit anschließendem Königsball zu einem vollen Erfolg.

1984 – 2008


Im Jahr 1984 erhielt Dr. Jürgen Feldkamp das Vertrauen der Schützen und wurde zum neuen Präsidenten im Piesberger Schützenverein gewählt.

Schon bei der ersten Planung für das Schützenhaus und den Schießstand hätte man gern eine größere Lösung bevorzugt. Allerdings steckten die zur Verfügung stehenden Finanzmittel den möglichen Rahmen ab. Doch jetzt, nachdem die Anlage bezahlt war, konnte man weiterdenken. Es wurden dringend weitere überdachte Luftgewehranlagen benötigt, der Sanitärbereich erfüllte nur die Mindestanforderungen und für Versammlungen, Schulungen oder sonstige Veranstaltungen boten die vorhandenen Räumlichkeiten keinen Platz. So wurden die Planungen für einen weiteren Bauabschnitt auf den Weg gebracht.

1990 legte Dr. Jürgen Feldkamp aus Gesundheitsgründen sein Präsidentenamt nieder. Wegen seiner herausragenden Verdienste für Verein und Schützenwesen - über 20 Jahre erfolgreiche Vorstandsarbeit und besonders die Regie beim Schießstandneubau - ernannte ihn die Generalversammlung zum Ehrenpräsidenten.

Georg Sutthoff jr., der schon 12 Jahre lang erst unter Anton Albers und dann unter Dr. Jürgen Feldkamp der 2. Vorsitzende des Vereines war, wurde von den Vereinsmitgliedern zum neuen Präsidenten des Piesberger Schützenvereines gewählt.

Da die Planungen für den zweiten Bauabschnitt des Schützenhauses nunmehr abgeschlossen waren, konnte das Werk beginnen. Es entstand mehr als nur ein Anbau. Das alte Schützenhaus wurde um mehr als das Doppelte vergrößert. Es wurden acht neue Schießbahnen (á 10 m) installiert, die umfunktioniert werden können. - Die Anlage lässt sich schnell umbauen und im Bedarfsfalle entsteht dank einer ebenfalls beweglichen Wand an der Stelle der eigentlichen Schießbahnen ein großer Versammlungsraum, der gerne auch für Festlichkeiten von den Vereinsmitgliedern genutzt wird. Weiter entstanden neue Sanitäranlagen, eine Küche, ein Getränkeraum und ein neuer großer Thekenbereich.

Aber es gab noch weitere ‚Highlights’:

Im Jahr 1997 wurde der Schützenbruder Dietrich Matysik beim Ruller Kreiskönigschießen der erste Kreiskönig des Piesberger Schützenvereines.

1998 hatte Pye den jüngsten Schützenthron weit und breit. König Martin II. Hüttemeyer mit seiner Königin Nina Dünhölter und den Adjutantenpaaren Sascha Wallach und Natascha Rieken sowie Sascha Rieken und Daniela Blach. Dieser Hofstaat kam auf ein „stattliches“ Durchschnittsalter von 22,6 Jahren.

Im gleichen Jahr wurde das Kreisköniginnenschießen, das seit 1997 existiert, nach Pye verlegt. Seitdem ist der Termin zum Krönen der Kreiskönigin fester Bestandteil im Piesberger Schützenverein.

Zehn Jahre nach seinem Amtsantritt im Jahre 2000 trat Georg Sutthoff von seinem Amt als Präsident zurück und wurde für seine 22-jährige hervorragende und prägende Vorstandsarbeit mit dem Titel des Ehrenpräsidenten ausgezeichnet.

Zu seinem Nachfolger wählten die Vereinsmitglieder Josef Nöring, der den Verein vorbildlich führte. Im Oktober 2002 gelang es ihm erstmals in der Vereinsgeschichte, den Titel eines Kreiskaisers an den Piesberg zu holen.

Fünf Jahre nach Dietrich Matysik gelang es mit Gisela Matysik im Jahre 2001 der ersten Frau aus dem Verein, den Titel der Kreiskönigin nach Pye zu holen. Im darauffolgenden Jahr 2002 konnte dieser Titel durch Erika Hörnschemeyer sogar erfolgreich verteidigt werden.

Ein Einbruch in das Schützenhaus war Anlass, die Anlage weiter gründlich abzusichern. Dazu wurden für die Fenster Gitter geschweißt und eine hochmoderne Alarmanlage installiert. Im Zuge dieser Maßnahmen baute man nochmals die Vereinsräume ein wenig um und aus. Man versuchte mit ein wenig Farbe und gestalterischem Geschick, noch ein bisschen mehr Harmonie und Gemütlichkeit zu erzeugen.

Aber das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein: Am 06.10.2005 wurde unser hoch geachteter Präsident Josef Nöring völlig unerwartet durch plötzlichen Tod aus unserer Mitte gerissen. Ein schwerer Schock für die Angehörigen, die Piesberger Schützen und alle, die ihn kannten. Aufgrund seiner aufopfernden und vorbildlichen Leistungen für Verein und Schützenwesen wurde er postum zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Zum Nachfolger des verstorbenen Präsidenten wählt die Versammlung im März 2006 den bisherigen Vizepräsidenten und langjährigen 1. Sportleiter Hubert Wagner, der bereits seit einem halben Jahr kommissarisch die Aufgaben des Präsidenten wahrgenommen hatte. Thomas Schellhase wurde sein Vertreter.

Eine lange Einarbeitungszeit wurde dem Präsidium nicht gegönnt, da bereits akute Probleme zur Bewältigung anstanden: Der Schießstand, insbesondere der Pistolenstand, musste lärmschutztechnisch auf den gesetzlich erforderlichen Stand gebracht werden. Aber mit vereinten Anstrengungen konnten alle anstehenden Hürden genommen werden. Im Spätsommer 2007 erfolgte die behördliche Abnahme und Freigabe, sodass der Schießbetrieb ohne Einschränkungen gemäß den gesetzlichen Vorgaben weiter laufen kann.

Alles in allem kann der Verein im Jubiläumsjahr 2008 sehr zufrieden sein. Ein eigenes Schützenhaus und eine gesunde wirtschaftliche Basis dürfen jedoch nicht dazu führen, dass wir Piesberger Schützen uns auf den Lorbeeren ausruhen. Mögen auch in Zukunft Einsatzbereitschaft und Treue den Erfolg bestimmen und sich immer wieder junge Menschen finden, die Tradition und Schießsport im Piesberger Schützenverein von 1858 e.V. selbst in rauen Zeiten unermüdlich fortführen.


von Dr. Jürgen Feldkamp
© 2015-2018 by Michael Richter und dem Piesberger Schützenverein von 1858 e.V.
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